Konzeption

Übersicht

Unsere Konzeption möchte Sie neugierig machen und soll zugleich als Schlüsselloch für eine Entdeckungsreise durch die „Biberburgwelt" dienen.

Diese Konzeption ist nicht als abgeschlossenes Werk gedacht, sondern sie „lebt".
Das heißt, sie bleibt offen für neue Ideen und Impulse, kann ergänzt und gegebenenfalls erweitert werden.

Auch ermöglicht uns die schriftliche Fassung einer Konzeption, die Ziele unserer Arbeit immer vor Augen zu haben, Schwerpunkte neu zu überdenken und notwendige Veränderungen einzubringen.

pädagogisches Personal

Bei uns begleiten je zwei staatlich anerkannte Erzieherinnen Ihr Kind durch den Tag. Die jeweilige „feste" Gruppe bietet für Ihr Kind Sicherheit und ein familiäres Umfeld.

Unsere Erzieherinnen stehen Ihnen zur individuellen Beratung zur Verfügung. Wir informieren Sie über die persönliche Entwicklung und Eingliederung ihres Kindes, und leisten Hilfestellung in schwierigen Entwicklungsphasen.

Das pädagogische Personal erweitert seine Fachkompetenz immer wieder neu, indem es an Fortbildungen teilnimmt, Fachliteratur liest und Fachdiskussionen pflegt.

Zeitweise geben wir PraktikantInnen in unserem Haus im Rahmen ihrer Schul- und Berufsausbildung die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Diese PraktikantInnen unterstützen unser Team in der täglichen Arbeit und bereichern somit das Gruppengeschehen.

Wir sind froh, so ein großes Team zu sein, denn jeder von uns hat seine persönlichen Stärken, die er in den Biberburgalltag mit einbringen kann.

Eingewöhnung

Die ersten Schritte


Für viele Kinder und Eltern ist der Übergang in den Kindergarten auch die erste Trennung. Trennungen sind oft von starken Emotionen wie Weinen, Angst und Rückzug begleitet. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind möglichst früh auf den bevorstehenden Kindergartenbesuch vorbereiten. Bilderbücher und Gespräche über den Kindergarten erleichtern den Start in den neuen Lebensabschnitt.

Erst wenn sich ein Vertrauensverhältnis zwischen Ihrem Kind und den Erzieherinnen entwickelt hat, und das Kind sich sichtlich wohl fühlt, sollten Sie sich langsam zurückziehen.

Ihr Kind braucht am Anfang dieses neuen Lebensabschnittes also vor allem zwei Dinge: Sie als Vertrauensperson und Zeit.

Den nötigen, zeitlichen Rahmen bieten wir Ihnen und Ihrem Kind an zahlreichen „Schnupper-Nachmittagen". Wir laden Ihr Kind frühzeitig zum Kennenlernen in die „Biberburg" ein.

Hier lernen Sie und Ihr Kind die zukünftigen Erzieherinnen, die anderen Kinder und die Gruppenräume kennen. Es entwickelt sich ein Vertrauen in die neuen Bezugspersonen und die Räumlichkeiten und es erleichtert Ihrem Kind den Übergang in den „Biberburg-Alltag".

Beobachten und Dokumentieren

Siehst du was ich alles kann?


Bei uns in der „Biberburg" wird jedes Kind durch seine Erzieherin im täglichen Freispiel, aber auch in gezielten Angeboten, beobachtet. So ist es uns möglich, die verschiedenen Bedürfnisse und Eigenschaften Ihres Kindes wahrzunehmen und an den momentanen Entwicklungsstand anzuknüpfen.

Im Alltagsgeschehen beobachtet die Erzieherin Ihr Kind im Hinblick auf verschiedene Entwicklungsbereiche, wie den Spracherwerb, die Körpermotorik, die kognitive Entwicklung und die Sozial- und Emotionale Kompetenz. Der Austausch zwischen den Erzieherinnen innerhalb der Gruppe und des gesamten Teams ermöglicht uns, die verschiedenen Sichtweisen und Beobachtungen miteinander zu vergleichen.

Der Entwicklungsstand Ihres Kindes wird von den pädagogischen Mitarbeiterinnen regelmäßig schriftlich dokumentiert und kann jeder Zeit von Ihnen eingesehen werden. Die Beobachtungen und Dokumentationen können auf Wunsch der Eltern in einem individuellen Elterngespräch erläutert und besprochen werden.

Als Unterstützung unserer pädagogischen Arbeit begleiten wir die Kinder anhand von so genannten Beobachtungsbögen. Dieser Beobachtungsbogen umfasst wichtige Bereiche, die für die Beurteilung des kindlichen Entwicklungsstandes von Bedeutung sind. Der Bogen soll deutlich machen, was Ihr Kind bereits alles kann, wo seine Stärken liegen, aber auch, wo es möglicherweise noch Hilfen und Unterstützung in seiner Entwicklung braucht. Damit leistet dieser Entwicklungs- und Beobachtungsbogen auch einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung und Vorbeugung von Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten.

Zum Abschluss der Kindergartenzeit erhält jede Familie einen Abschlussbericht, mit der Bitte, ihn an die entsprechende Grundschule weiterzugeben. In dem Bericht ist der momentane Entwicklungsstand des Kindes erläutert, und erleichtert es den zukünftigen Lehrern im Unterricht individuell auf jedes einzelne Kind einzugehen und Ihr Kind dort abzuholen, wo es gerade „steht".

Zweimal im Jahr finden in der „Biberburg" Dokumentationstage statt, die dem pädagogischen Personal den nötigen Raum für diese intensiven Überlegungen und die damit verbundenen schriftlichen Arbeiten geben.

Betreuung von unter Dreijährigen

Wir sind erst `2´ und schon dabei…


Veränderte Familiensituationen und ein klar definierter Bildungsgedanke führen zukünftig vermehrt dazu, dass die Betreuung der unter Dreijährigen Kinder immer weiter in den Fokus von Politik, Erziehungsberechtigten und Einrichtungen rückt. In unserer Biberburg haben wir seit dem Sommer 2008 auch einige Plätze für die Kleinsten.

Zweijährige sind sehr aktiv, es ist die Zeit des Erkundens, Spielens und Nachahmens.

Die Sprachentwicklung ist in einer besonders wichtigen Phase, Wille und Widerstand erstarken, das Kind wird sich seiner Selbst bewusst.

Schon die kleinsten Kinder handeln selbstbestimmt und setzen sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander. Dabei sind Lernen und Körpererfahrung unmittelbar miteinander verknüpft. Um eine gezielte Förderung unserer Jüngsten zu ermöglichen, bieten wir genügend Spiel- und Erlebnisräume, welche Ihr Kind spielerisch erkunden und erleben kann.

Je früher Ihr Kind in seinen Fähigkeiten bestärkt und unterstützt wird, desto selbstsicherer wird es in seinem eigenständigen Handeln sein.

Unsere Zweijährigen sollen darin bestärkt werden, sich in eine Gruppe zu integrieren und sich im täglichen Miteinander zu behaupten.

Die Eingewöhnungsphase ist für uns von ganz besonderer Bedeutung, denn werden doch in dieser Zeit die Weichen für den Aufbau tragfähiger Beziehungen zu den Erzieherinnen unserer Einrichtung gestellt. Erleichterung für die Eingewöhnung bietet das Mitbringen von Bezugsgegenständen, wie beispielsweise Kuscheltiere und Schmusetuch.

Viel Entdecken und Erforschen macht müde… und damit sich unsere Kleinen auch in der verdienten Ruhephase so richtig wohl fühlen, haben wir kleine, gemütliche Betten, die zum Träumen einladen.

Vorschulkinder

1, 2, 3, 4 … Schnüffelnasen heißen wir


"Unser Kind kommt bald in die Schule ..." - im letzten Kindergartenjahr gewinnt dieses Thema für Eltern zunehmend an Bedeutung. Während sich die meisten Kinder auf die Schule und auf ihren neuen Status als Schulkind freuen, mischt sich bei vielen Eltern in die Freude und den Stolz über ihr "großes" Kind auch Traurigkeit und Wehmut über das Ende eines unbeschwerten Abschnittes der Kindheit. Eltern wünschen sich und ihrem Kind, dass der Schulalltag möglichst vom ersten Tag an problemlos laufen möge. Um seinen Platz in der Schule zu finden, muss sich Ihr Kind selbständig in einem neuen Beziehungsnetz von Erwachsenen und Kindern zurechtfinden. Wenn es ihm gelingt, Beziehungen aufzubauen und weiter zu entwickeln, ist eine wichtige Voraussetzung dafür erfüllt, dass sich Ihr Kind in der Schule wohlfühlt und gute Leistungen erbringen kann. Vielfältige Beziehungserfahrungen in unserer Kindertagesstätte sind eine gute Vorbereitung dafür.

Die Vorschulkinder, bei uns liebevoll „Schnüffelnasen" genannt, haben in ihren letzten Monaten vor der Einschulung ganz spezielle Bedürfnisse, auf die wir entwicklungsgerecht und ganzheitlich eingehen.

Die Schnüffelnasen treffen sich gruppenübergreifend, einmal in der Woche in Kleingruppen um sich auf den Weg zu machen, die Welt zu erkunden.

Bei uns gibt es keine Vorschulmappen, weil uns die entwicklungsgerechte Begleitung und ganzheitliche Förderung Ihres Kindes wichtiger erscheint. Vorrangiges Ziel ist es, den Kindern zu helfen, in unsere Welt hineinzuwachsen und diese in kleinen Schritten immer mehr zu verstehen. So gestärkt können sich die Kinder später mit Mut und Freude an neue Aufgaben heranwagen und Leistungsanforderungen selbstbewusst begegnen.

Einzelgespräche mit den Eltern über die Schulfähigkeit Ihres Kindes sind ebenfalls wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Unsere Forderungen und Erwartungen liegen nicht im „Lernen" und Üben, sondern im Entdecken, Forschen und Ausprobieren.

Im Rahmen einer sinnvollen Schulvorbereitung für Ihr Kind, pflegen wir den ständigen Kontakt und Austausch mit den ortsansässigen Grundschulen. In regelmäßigen Abständen tauschen wir uns über das jeweilige pädagogische Handlungsfeld aus.

Ein besonderes Angebot für unsere Schnüffelnasen ist das Kursangebot von Diplom-Sozialpädagogin Sigrid Nolde zur Gewalt- und Missbrauchprävention bei Jungen und Mädchen mit dem Namen "Kinder stark machen". Die Projektziele werden in Kleingruppen in sechs wöchentlich stattfindenden Lerneinheiten im Rahmen der morgendlichen Kindergartenbetreuung erarbeitet. An einem Elternabend werden die Eltern über das Projekt informiert. Die Teilnahme an diesem Elternabend ist wichtig für den Projekterfolg.

Freispiel

Freies Spiel ist "Sinn-Volles" Spiel


Die Zeit im Freispiel ist selbstbestimmte Zeit mit viel Frei-Raum für Spiele, Gedanken, Ideen, Kontakte, Gefühle, Kennen lernen und Umgehen mit verschiedensten Materialien.

In dieser Zeit stehen die individuellen Wünsche, Bedürfnisse, Temperamente und Eigenschaften Ihres Kindes im Vordergrund.

Aufgrund der Beobachtungen kennen die Erzieherinnen Vorlieben, Stärken und Schwächen der Kinder, um individuell unterstützend, begleitend, herausfordernd oder zurückhaltend da zu sein. Ständige Ansprechbarkeit der Erzieherinnen schafft Ihrem Kind die Möglichkeit, sich selbst entsprechend, in einem geschützten, herzlichen, warmen Raum, seinen eigenen Platz zu suchen und zu finden.

Ob Konstruktionsspiel auf dem Bauteppich, Kreativ sein am Maltisch, Rollenspiel, Bücher betrachten, Erzählen, Schmusen, Beobachten, Toben, Zurückziehen in die Kuschelecke und den Nebenraum oder bewegungsfreudige Spiele im Flur und in der Turnhalle gewählt wird entscheidet Ihr Kind nach seinen eigenen Vorstellungen.

Das Spielen erhält in dieser Zeit des Tages seine tiefste Bedeutung.

Spielen vollzieht sich nicht in erster Linie an Tischen, sondern dort, wo das Leben pulsiert: auf freien Flächen, in Höhlen und Buden, auf Bäumen und der Erde, im Gebüsch und unscheinbaren Ecken.

Während des Freispiels finden Angebote in den Gruppen statt, die die Erzieherinnen harmonisch in den Gruppenalltag einbinden.

Die Baustelle, sowie die Kinderwerkstatt stehen Ihrem Kind ebenfalls im täglichen Freispiel zur Verfügung. Einzelne, aber deutliche und klare Regeln geben den sicheren Rahmen, sich wohlbehütet und geschützt zu fühlen.

Die Beobachtung, die das pädagogische Personal während des Freispiels machen kann ist eine entscheidende Grundlage unserer ganzheitlichen Arbeit. Hier wird der individuelle Entwicklungsstand der Kinder fortwährend erfasst.

Die für Ihr Kind notwendige Begleitung, Unterstützung und Förderung kann gezielt erarbeitet werden.

Kreativbereich

Kreativ sein - Was bedeutet das?


In der Biberburg, legen wir großen Wert auf die Entfaltung der kindlichen Kreativität. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, ihr eigenes Kreativitätspotential zu entdecken und auch zu entfalten. Im pädagogischen Alltag greifen wir auf, was „von den Kindern kommt". Das heißt, wir geben den Kindern keine Ideale vor, sondern jedes einzelne Kind kann seine eigenen Wünsche und Ideen einbringen und wird von uns ermutigt, diese auch umzusetzen.

Dabei steht aber nicht das Endprodukt im Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern der Entstehungsprozess, bei dem das Kind wohl am meisten lernt. Dazu werden den Kindern verschiedene Materialien zur Verfügung gestellt.

Durch gezielte Angebote erlernt das Kind neue Techniken, die es dann im freien Tun umsetzen kann. Damit die Kinder sich frei entwickeln können und Selbstbewusstsein erlangen, ist es wichtig dass sie frei mit den Materialien experimentieren können. Sie müssen Freiräume haben, um sich und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erproben.

Uns ist besonders wichtig, dass das, was die Kinder herstellen, auch von den Eltern wertgeschätzt wird, auch wenn die Erwachsenen oft andere Vorstellungen haben.

Sozialverhalten

Gemeinsam sind wir stark


Bei uns in der „Biberburg" wird Sozialverhalten groß geschrieben. Von Beginn des Kindergartens an, werden Ihre Kinder in ihrem Sozialverhalten gefördert und unterstützt.

Dies geschieht täglich und selbstverständlich. Es sind oft die kleinen, scheinbar nebensächlichen Situationen, die das Sozialverhalten fördern, wie beispielsweise durch das gemeinsame Spiel, das Teilen der verschiedensten Spielmaterialien, aber auch durch selbständige Lösungsmöglichkeiten bei Konflikten.

Ihr Kind lernt bei uns Gruppenzugehörigkeit, Rücksichtnahme auf jüngere oder schwächere Kinder, Empathie und Toleranz. Verantwortung für sich und ihre Umwelt zu übernehmen lernen Kinder ferner beim Umgang miteinander und beim Umgang mit den Tieren der Biberburg.

Ihr Kind muss sich immer wieder auf neue Kinder, Situationen und Konflikte einstellen und lernt durch jeden einzelnen Moment.

Wohl alle Eltern wünschen sich „sozial starke Kinder", die mit offenen Augen in unserer sich ständig verändernden Lebenswelt gut zu Recht kommen. Ein entscheidender Grundstein dafür wird hier in der „Biberburg" gelegt und es macht Freude, dabei zu zusehen, wie Ihre Kinder die sozialen Kompetenzen festigen und verinnerlichen.

Die „Biberburger" werden als sozial starke Kinder in die Welt entlassen.

Emotionalität

Die Welt der Gefühle verstehen


Freude, Ärger, Wut, Trauer, Spaß, Angst und vieles mehr…
Dieser Vielzahl an verschiedenen Gefühlen begegnen Ihre Kinder im Verlauf eines jeden Tages. Sie spüren eigene Gefühle, können Gefühle aber auch bei anderen Kindern wahrnehmen.

Kinder lernen den Umgang mit Gefühlen vor allem in Interaktion mit anderen Kindern, Eltern, Familienmitgliedern, aber auch den Erzieherinnen, das heißt, mit besonderen Bezugspersonen.

Kontakt zu anderen Personen ist demnach besonders wichtig für jedes Kind und die Herausbildung emotionaler Kompetenzen.

Im Spiel jeglicher Art, z.B. im Rollenspiel, auf dem Bauteppich oder im Außengelände, aber auch in regelmäßigen Gesprächskreisen lernen die Kinder ebenso spielerisch, sich in andere Personen einzufühlen und sie so zu verstehen.

Emotionales Lernen wird besonders auch in gezielten Angeboten in unserer „Biberburg" gefördert, beispielsweise mit Spielen oder Büchern zum Thema: „Wer bin ich?", lernen die Kinder sich selbst besser kennen und wahrzunehmen.

kindliche Sexualität

Entdecken - Schauen - Fühlen


„Ich wär´ jetzt mal der Arzt…"
Kinder sind von Geburt an, beziehungsweise sogar pränatal, bereits sexuelle Wesen, doch ihre Sexualität unterscheidet sich in zentralen Punkten von der Sexualität Erwachsener.

Wir bitten zu bedenken, dass Sexualität nicht nur Geschlechtsverkehr ist, nicht nur mit Genitalität zu tun hat, sondern körperliche, biologische, psychosoziale und emotionale Aspekte umfasst. Sie ist eine Lebensenergie, die sich im Körper entwickelt und von der Kindheit bis ins Alter wirksam ist. Die Ausdrucksmöglichkeiten von Sexualität sind vielfältig: Zärtlichkeit, Geborgenheit, Sinnlichkeit, Lust, das Bedürfnis nach Fürsorge und Liebe.

Der erste Bezugspunkt eines Säuglings ist der Körper mit seinen Bewegungen, Handlungen und Gefühlen. Durch Bewegung und Berührungen kann sich Ihr Kinder entfalten und wachsen. Jedoch ist der Umgang mit Berührungen von kulturellen, religiösen, sozialen und familiären Vorstellungen abhängig. Diese geben vor, welche Formen von Berührungen anerkannt und gefördert bzw. tabuisiert werden.

Nicht erst im Alter von drei Jahren, wenn die Mehrzahl der Kinder in eine Kindertagesstätte kommt, aber zu diesem Zeitpunkt in jedem Fall, werden Sie als Eltern, sowie die Erzieherinnen mit der Tatsache konfrontiert, dass Jungen und Mädchen sexuelle Wesen sind und in den folgenden Jahren bis zur Einschulung viele Erfahrungen machen, die wichtig für die Entwicklung ihrer geschlechtlichen Identität sind.

Für Erwachsene ist es in der Regel ein Zeichen gesunder Entwicklung, wenn Babys und Kleinkinder ihre Umwelt neugierig erkunden, indem sie Dinge berühren, greifen und gegebenenfalls in den Mund stecken. Dazu gehört für das Kind auch, sich selbst kennenzulernen wie beispielsweise: Wo bin ich empfindlich, wie viel Kraft habe ich, wie laut kann ich schreien und eben auch: Wo habe ich welche Körperöffnungen und wie reagieren etwa meine Genitalien auf welche Berührungen?

Dies herauszufinden ist für Ihr Kind ebenso spannend wie ein Auto auseinander zu nehmen oder einen Käfer zu beobachten, während ein solches sexuelles Explorationsverhalten für den Großteil der Erwachsenen manchmal wesentlich brisanter und verunsichernder ist und nicht selten deutlich weniger Förderung erfährt als andere kindliche Lernbestrebungen.

Kindliche Sexualäußerungen wirken nicht zielgerichtet und sind meist ganzheitlich, d.h. der Kontakt zum eigenen Körper oder dem anderer ergibt sich in der Regel aus dem Spiel beziehungsweise der Situation.

Dieses Spiel passiert sowohl durch Selbst- als auch durch Fremduntersuchung. Die berühmten Doktorspiele sind nichts Anderes, denn die Kinder möchten herausfinden, wie Andere des gleichen beziehungsweise des anderen Geschlechts aussehen, wobei Ihr Kind zunächst das Gefühl sich verstecken zu müssen nicht kennt.

Alles, was den Kindern gefällt oder was sie interessiert, wird gelebt.

Aufgrund von Erfahrungen ist davon auszugehen, dass Kinder derartigen Spielen nur dann eine entsprechend höhere Bedeutung geben als Friseur oder Zahnarzt zu spielen, wenn die Erwachsenen nonverbal und/oder verbal genau diese Bedeutungsaufladung vorgenommen haben, sei es durch besonders viel Kontrolle, Verbote oder Beschämung.

In der Biberburg begleiten wir Ihr Kind auf diesem sensiblen Weg und akzeptieren die natürliche Sexualität ihres Kindes.

Auch wenn die Bedeutung von Sexualität für die Identitätsentwicklung von Kindern heute anerkannt ist, wird die Frage, wie Kinder den Umgang damit lernen sollen und was sie zeigen dürfen, leider immer noch gesellschaftlich kontrovers diskutiert.

sprachliche Bildung

Quasselstrippe und Flüsterliese


Die sprachliche Förderung ist eine der wichtigsten Aufgaben der „Biberburg", deshalb steht Sprachförderung bei uns jeden Tag auf dem Programm. Überall im Alltag gebrauchen wir unsere Sprache, denn sie ist ein Schwerpunkt, der alle Bereiche unseres Lebens formt. Das Reden miteinander macht in vielen Situationen unser gemeinsames Handeln verständlich, oft sogar erst möglich.

Sprache bedeutet also nicht nur Artikulation, Satzbau und Wortschatz, sondern vor allem Kontakt und Kommunikation.

Sprache gibt uns die Möglichkeit unsere Emotionen auszudrücken. Zum einen können wir unsere Gefühle konkret benennen und sie somit anderen mitteilen. Und zum anderen drücken sich unsere Gefühle oftmals durch die Stimmlage, Lautstärke und Betonung unseres Gesprochenen aus.

Die „Biberburg" bietet eine optimale Vorraussetzung, um Kindern Sprache zu vermitteln und verständlich zu machen. Wir setzen dies in unserer pädagogischen Arbeit mit Liedern, Geschichten, Büchern, Fingerspielen, Reimen, Mitmachgeschichten und Tischsprüchen, die zum Sprechen, Zuhören, Fragen, Erklären und Mitteilen anregen, um.

Seit 2007 hat es sich die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zur Aufgabe gemacht, den Sprachstand der vierjährigen Kinder landesweit verpflichtend zu erfassen. Auch unsere Kinder nehmen an dem Verfahren (Delfin 4), mit dem auf spielerische Weise die Sprachkompetenz von Kindern zwei Jahre vor der Einschulung überprüft werden soll, teil.

musikalische Frühförderung

Wer kann noch auf dem Grashalm flöten?


Musik ist ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung Ihres Kindes. Mit ihr kann das Kind Empfindungen wie Freude und Traurigkeit erleben, ausdrücken und verarbeiten.

Durch Singen, Sprechen, Musizieren auf Orff-Instrumenten, Musikhören, Bewegung und Tanz wird Ihr Kind spielerisch an die Musik herangeführt. Es wird geflüstert, gebrüllt, mal gesprochen, mal gesungen, im Stehen wie im Liegen, in allen Variationen…

Aber es geht nicht nur um das Vertraut werden im Umgang mit Musik, sondern um kindgemäßes, ganzheitliches Lernen. Die Spiellust, die Phantasie, die Gefühlswelt Ihres Kindes, die Wahrnehmungsfähigkeit, das Vergnügen am eigenen Körper und das Miteinander der Kinder - all das sind Merkmale der kindlichen Persönlichkeit, die von uns bei vielfältigen, alltäglichen Angeboten angesprochen und gefördert werden.

Unsere Erzieherinnen Mareike Bielesch und Jenny Warken fungieren nach einer zweijährigen Weiterbildung in musikalischer Frühförderung als Multiplikatorinnen und bildeten das gesamte Team zum Thema "Musik im Kindergartenalltag" weiter.

Bildungsbereich Medien

Kinder und Medien


Ihr Kind ist in seinem Alltag von diversen Medien umgeben, die es vielfach wie selbstverständlich nutzt. Neben Hörkassetten und Bilderbüchern gewinnen auch Computer und der Fernseher eine zunehmende Alltagsrelevanz für Kinder. Die Kinder stark zu machen für ein souveränes Leben mit Medien, ist aus diesem Grund ein Ziel unserer pädagogischen Arbeit.

Die Medienerlebnisse der Kinder greifen wir situationsorientiert auf, so dass die Kinder die Möglichkeit haben über ihre Erlebnisse zu sprechen, zu phantasieren, sie zu zeichnen und sie somit zu verarbeiten. Dabei kommt es zu einer reflexiven Auseinandersetzung mit Medieninhalten.

Um die Medienkompetenz (media literacy) Ihres Kindes zu fördern, erhalten die Kinder die Möglichkeit, selbstständig Erfahrungen im Umgang mit Medien zu machen. Dies geschieht beispielsweise in Form von (Bilder-)Büchern, die jederzeit für die Kinder zugänglich sind.
Speziell für die Kinder ab vier Jahren halten wir das Angebot für einen Computerführerschein bereit. Spielerisch werden die Kinder dabei durch die "Schlaumäuse-Lernsoftware" zum selbstständigen Arbeiten mit dem Computer angeregt. Ihr Kind erhält erste Kenntnisse über den Umgang mit der Maus und der Tastatur.

Bewegungserziehung

Kindheit ist eine bewegte Zeit


Leider bieten heutzutage Umwelt und Wohnumgebung unseren Kindern nicht immer den Bewegungsfreiraum, den sie zu ungehemmten Bewegungserlebnissen benötigen. Auch die Zunahme von technischen und elektronischen Spielzeugen in den Kinderzimmern verringert die Zeit der freien Bewegungsentfaltung und Eigentätigkeit der Kinder.

Wir ermöglichen Ihrem Kind verschiedenste Bewegungsfreiräume und immer wieder neues, motivierendes Material, dass zu Bewegung einlädt. Ihr Kind kann sich bei uns beispielsweise im Gruppenraum, im großen Flur, in der Turnhalle, der Werkstatt, oder unserem naturnahen Außengelände nach belieben bewegen und austoben. Zum wöchentlichen „Turntag" steht jeder Gruppe die Turnhalle für gelenkte oder freie Angebote zur Verfügung. Dort stehen verschiedene Bewegungsmaterialien für die Kinder und Erzieherinnen bereit, wie beispielsweise unser Kletterwald mit vielfältigen Variationsmöglichkeiten, verschiedene Bewegungselemente, die zu Spiel und Bewegung einladen, sowie um ein paar Beispiele zu nennen: Tücher, Bälle, Balancierelemente, alltägliche Dinge, wie Kartons, Zeitungen, Flummis und noch vieles mehr.


Bewegungskindergarten


Seit September 2007 ist die Biberburg anerkannter Bewegungskindergarten. Der Landessportbund NRW zeichnet mit diesem Zertifikat besonders „bewegungsfreudige" Kindergärten aus und sichert über individuelle Fortbildungsangebote für das pädagogische Personal die Qualität. Zusätzlich werden die Räumlichkeiten und das Material ständig mit dem Blick auf motivierenden Charakter überprüft.

In Kooperation mit dem ortsansässigen Verein DJK Teutonia bieten wir ein großes Angebot für „bewegte Kindheit".

gesunde Ernährung

Mmhh… Das ist aber lecker


In unserer Einrichtung hat die Ökologie einen hohen Stellenwert – wir achten sehr auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung; Obst und Gemüse aus der Region, Brot und Milchprodukte sind aus biologischem Anbau.

Die Kinder bereiten morgens gemeinsam mit der Erzieherin das Frühstück vor. Durch das eigene Handeln werden Nahrungsmittel intensiver wahrgenommen und alle Sinne angesprochen.

Die Kinder genießen es dann, zusammen mit ihren Freunden das gesunde Frühstück in Ruhe und in gemütlicher Atmosphäre einzunehmen. Zum Wochenbeginn frühstücken die Kinder einer Gruppe immer gemeinsam, um sich das Erlebte vom Wochenende zu berichten. Während der Woche entscheidet Ihr Kind dann selbst, wann es sein Frühstück zu sich nimmt. Zum Frühstück bieten wir Ihrem Kind Milch, Tee und Mineralwasser. Um tagsüber den großen Durst zu stillen, bieten wir jederzeit Mineralwasser an.

Das Mittagessen wird täglich frisch und biologisch von unserem hauseigenen Koch zubereitet. Er verwendet ausschließlich die Nahrungsmittel, die unser Lieferant „Naturkost West" uns wöchentlich ins Haus liefert.

Angebote im hauswirtschaftlichen Bereich finden bei uns regelmäßig und im alltäglichen Freispiel statt. Dies kann das Zubereiten eines Geburtstagskuchens, selbst gekochter Marmelade, oder aber ein ganzes Mittagessen sein, was passend zum jeweiligen Projekt von den Kindern ausgesucht wird. Hier wird vorher erarbeitet, wo die Lebensmittel herkommen. Antworten können auf dem wöchentlichen Markt gefunden werden, den wir mit den Kindern besuchen, oder bei einem Besuch auf einem nahe liegenden Bauernhof. Die Kinder lernen die unterschiedlichsten Lebensmittel kennen, probieren diese und kochen gemeinsam neue Gerichte.

Durch das selbständige Zubereiten der Gerichte wird der Genuss beim Essen bei jedem einzelnen Kind angeregt.

Leider ist es heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass die Kinder frisches Obst und Gemüse kennen – bei uns wohl.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Erziehungspartnerschaft


Bei uns wird die Zusammenarbeit mit den Eltern groß geschrieben.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern beginnt mit Ihrem Anmeldegespräch. Verläuft dies positiv für Sie und Ihr Kind und fühlen Sie sich gleich aufgenommen, steht einer Anmeldung bei uns im Hause nichts mehr im Weg.

Von Beginn der Kindergartenzeit an findet unsere Zusammenarbeit mit Ihnen täglich statt. Dies zeigt sich in kurzen „Tür- und Angelgesprächen", die bei uns selbstverständlich sind, oder aber in ausführlichen Entwicklungsgesprächen, die je nach Bedarf, von Seiten der Erzieherinnen oder Eltern gewünscht werden. Hier nehmen wir uns viel Zeit, um intensiv über den Entwicklungsstand Ihres Kindes zu sprechen, sowie uns gemeinsam über Ziele und Methoden in der Erziehung auszutauschen, aber auch Ursachen für bestimmte Probleme und daraus sinnvolle Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Wir gestalten die Gruppenarbeit so transparent, dass Sie jederzeit über den Gruppenalltag und das aktuelle Projekt informiert sind, sei es durch Aushänge, Elternbriefe oder durch Fotowände.

In regelmäßigen Abständen finden gruppeninterne, so wie übergreifende Elternabende zu unterschiedlichsten Themen oder zur Information statt.

Wir unterstützen das Miteinander durch Eltern-Kind-Nachmittage, die gruppenintern und meist Themen- oder Projektgebunden sind.

Wie bei vielen anderen Elterninitiativen auch, beinhaltet unsere Konzeption Pflichtstunden. D.h. die Eltern erklären sich bei Vertragsabschluss bereit, 15 Pflichtstunden im Kindergartenjahr zu absolvieren. Eine Möglichkeit dazu wäre beispielsweise die Mithilfe bei einer Gartenaktion, oder als Notkoch einzuspringen, wenn sich unsere Köchin im Urlaub befindet. Es gibt das ganze Jahr genug Möglichkeiten, die Stunden zu absolvieren. Natürlich sind die 15 Stunden nur eine Richtlinie und wir wünschen uns von den Eltern, dass sie gerne dazu bereit sind, darüber hinaus den Kindergarten zu unterstützen.

Ein gute Erziehungspartnerschaft von Erzieherinnen und Eltern ist Voraussetzung dafür, dass Ihr Kind die Erzieherin neben Ihnen als Bezugsperson akzeptieren kann.


Elternrat


Jeweils zwei Eltern pro Gruppe vertreten die Elternschaft und bilden eine Art Vermittler zwischen dem pädagogischem Personal und den Eltern, der Elternrat. Sie sind Ansprechpartner für organisatorische Fragen, treten aber auch an die Erzieherinnen heran, wenn sie Probleme der Eltern klären oder Unklarheiten beseitigen möchten. Außerdem wird der Elternrat vom Vorstand zu einigen Entscheidungen angehört.

Im Rat der Tageseinrichtung treffen sich die beiden Gremien, Vorstand und Elternrat, gemeinsam mit dem pädagogischen Personal und besprechen Belange der Einrichtung.